Skip to content
Published 25. Januar 2022

Giro-Konto against SEPA-Mandat

Ramona arbeitet generell gerne an Produkten, die überkommene Geschäfts-Logiken auf den Kopf stellen. Ganz nah dran an den Menschen sucht sie nach Lösungen für tricky problems, die allzu oft doofe Bauchgefühle und quälende Gewissensbisse erzeugen. Zum Beispiel spreche ich mir ihr über die Lebenswelten sogenannter Schlechtzahler:innen, wie diese Downer-Kundengruppe in der Energiebranche genannt wird. Ihnen wird der Hahn zugedreht, wenn ihre Konten nicht so performen, wie es das SEPA-Mandat will. Licht aus, Bude kalt hieß es im letzten Jahr für immerhin 230.000 Stromkunden und für 24.000 Gas-Haushalte.

Zufriedenen Schlechtzahler:innen zuhören

Gemeinsam erkunden wir die Entstehungsgeschichte der Energierevolte-Idee, die ganz maßgeblich durch „zufriedene“ Schlechtzahler-Kunden („Ich möchte auch ohne Schulden die Kontrolle behalten.“), sowie den Blick auf den Mobilfunkmarkt gepusht wurde, die den Prepaid-Ansatz schon lange kennen. Ramona erklärt uns die Produktidee von Energierevolte, die einen Öko-Energietarif mit einer App und einem fern-abschaltbaren Zähler zu einem digitalen Prepaid-Stromprodukt kombiniert.

CO2-Konten weit im Minus

Im Gespräch mit ihr wurde mir dann auf einmal klar, dass wir ja alle schon seit Jahrzehnten Schlechtzahler sind, nämlich wenn es um die Begleichung unserer CO2-Rechnungen geht. Die aktuell sehr hohen Energiepreise nehmen vorweg, was durch die in den nächsten Jahren ansteigende CO2-Bepreisung eh passieren wird: hohe Energie-Rechnungen für fossilen Verbrauch. Da könnte es ja durchaus sein, dass aus einer Nischenlösung „für Assis“ schon bald ein pädagogisch wertvolles Massenprodukt für den Übergang in eine klimapositive Zukunft wird. Who knows?

Die Revolution braucht noch etwas Zeit

Spannend fand ich, warum diese Idee aus 2018 nicht so schnell, so viel größer geworden ist, wie sie es meiner Meinung nach verdient hat. Sei es über die Whitelabel-Variante für andere Stadtwerke, die sich aber schwer tun, überhaupt abzuschätzen, was es sie „kostet“, wenn Schlechtzahler:innen Schlechtzahler:innen bleiben (und welcher Projektaufwand zur Einführung der Lösung dadurch gerechtfertigt wäre). Sei es in sich besser rechnenden Variante, dass EnergieRevolte alle Schlechtzahler:innen Deutschlands zu Sicherzahler:innen macht, also den Markt im Alleingang aufrollt. Diese Aufgabe scheint dann doch irgendwie noch zu groß für EnergieRevolte und der Stadtwerke Düren als deren Eigentümerin. Wäre doch eigentlich zu schade, oder?

Weitere Themen mit Ramona: Wie dankbar sind eigentlich Kunden, denen man aus der Sch… hilft, ohne dabei das Licht abzudrehen? Wie reagieren andere Stadtwerke, die diese Produktidee als Whitelabel-Lösung einkaufen können? Wie war das „damals“ als Ramona bei der SOPTIM AG aus Kunden Partner machen wollte, Liebesschloss inklusive? 

Viel Freude jetzt mit Ramona und auf geht’s …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.