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Published 26. Januar 2020

Jens kümmert sich um die Automatisierung der Abwicklung (oder etwas vornehmer Settlement) des Energiehandels. Sein Sorgenkind ist dabei nicht der Handel an den Energiebörsen, sondern der aufgrund seiner Freiheitsgrade bei Handelsprofis beliebten Over-the-counter-(OTC)-Handel (betrifft in Deutschland ca. 55-75 % des Energiehandelsvolumens).

Was sind konkret die Sorgen der Industrie im OTC-Handel?

  • zu viele Medienbrüche
  • zu viele Abweichungen
  • zu viele manuelle Eingriffe
  • zu wenige Standards
  • zu viel Zeit zwischen Lieferung und Zahlung

All das und im Detail noch viel mehr wirkt sich wie quasi in allen Bereichen der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette negativ auf Kosten und Risiken aus (bei größeren Energiehändlern können so monatlich 6-stellige Beträge eingespart werden). Zur Lösung all dieser Probleme stehen Jens und seinen Kollegen in seinem Start-up Fidectus ein paar Superhelden der Digitalisierung zur Seite: Plattform-Ansatz, offene Schnittstellen, Blockchain, multilateralen Netting-Algorithmen, Cloud-first, …

Im Podcast spreche ich mit Jens über den aktuellen Digitalisierungs-Stand des Energiehandels, über die Entstehung seiner Geschäftsidee zur Automatisierung der Settlement-Prozesse und die resultierende Gründung seines Unternehmens Fidectus. Genauso thematisieren wir kurz auch andere Unternehmen und Projekte jüngeren Datums aus dem Bereich Digitalisierung und Optimierung des Deal-Lifcycles wie enmacc oder Enerchain.

Viel Spaß beim Hören!


Podcast gehört? Lust auf mehr? Im Buch „Realisierung Utility 4,0 – Band 1“ hat Jens zusammen mit seinem Co-Autor Dr. Sven Blankenburger den folgenden Beitrag veröffentlicht:

Realisierung Utility 4.0 Band 1 Kapitel 31

Zusammenfassung

Die heutige Abwicklung von Invoices im OTC-Energiehandel ist geprägt von Medienbrüchen und manuellen Aktivitäten. Jeder Handelspartner muss die erforderlichen Prozessschritte selbst umsetzen, was immer wieder zu Abweichungen und somit zu Klärungsbedarf zwischen den Handelspartnern führt. Eine durchgängige Automatisierung als Vorbedingung für die Digitalisierung ist in der Industrie aktuell nicht umgesetzt. Die Dauer von heute 20 Tagen bis zur Begleichung von Forderungen und dem damit verbundenen Kreditrisiko lässt sich daher nicht verringern. Zu dessen Reduktion haben die Autoren einen Ansatz entwickelt. Dieser erlaubt allen teilnehmenden Handelspartnern den Settlements-Prozess vollständig automatisiert, unter höchsten Sicherheitsstandards, jederzeit und nahezu in Echtzeit untereinander abzuwickeln. Ein lückenloser, den rechtlichen Anforderungen entsprechender Audit-Trail sowie die multilaterale Verrechnung sind integrale Bestandteile des Prototyps. Die eingesetzte Blockchain-Technologie ermöglicht hierbei einen gegenüber Dritten anonymen, manipulationssicheren und effizienten Austausch von Invoices, welche vollautomatisiert abgeglichen und verrechnet werden können. Die Verrechnung basiert auf einem eigens zu diesem Zweck entwickelten Verfahren, welches die multilaterale Verrechnung ermöglicht und risikominimierend durchführt. Der Ansatz wurde in Form eines Prototyps zu realen Bedingungen erfolgreich getestet. Eine Weiterentwicklung zusammen mit der Industrie ist geplant.

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