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Published 1. Dezember 2022

– Früher war alles früher fertig –

Wäre ich mit dem Schneiden dieses Podcast so früh angefangen wie Trier mit den erneuerbaren Energien (mind. seit 2007) hättet ihr auch nicht so lange warten müssen. Sorry dafür und zurück zu Arndt Müller. Er hat sich in den letzten 25 Jahren bei den Stadtwerken in Trier quasi aus dem Rohrgraben zum Vorstand hochgearbeitet hat. Mit ihm kann man also lange Strecken gehen und das scheint irgendwie zu den Trierern zu passen, die als Römer verkleidet ja schon seit über 2000 Jahren unterwegs sein sollen.

– 50 % in 15 Jahren –

Jetzt kommen aber mit 50 und 15 zwei weitere Zahlen, die vielleicht dafür sorgen können, dass wir und Trier noch für weitere 2000 Jahre bestehen können. Vor 15 Jahren hat der Stadtrat beschlossen, dass „möglichst schnell“ 50 % der Stromversorgung in Trier aus erneuerbaren Energien kommen sollen. Zack, dieses Jahr war es dann soweit und bis 2030 sollen dann die 100 % erreicht werden.

– Stadtwerk als Motor der Trierer Energiewende –

Wie sie das als Stadtwerk geschafft haben und warum sie zuversichtlich sind, den Rest bis 2030 auch noch zu packen, darüber spreche ich natürlich mit Arndt. Eine geschickte gesellschaftsrechtliche Konstruktion des Stadtkonzerns sowie die permanente Arbeit an Win-Win-Situationen innerhalb der Stadt haben sich als wichtige Erfolgsfaktoren herausgestellt für die Vernetzung von heute immerhin 12! verschiedenen Infrastruktur-Dienstleistungen unter dem Dach der SWT. Nicht vergessen habe ich aber auch, dass Arndt viel Zeit investiert hat in das Stakeholder-Management, damit die Menschen in Trier mit einem guten Gefühl entscheiden und vertrauen können. 

– Was bleibt für die Spätstarter? –

So, und was können andere Stadtwerke jetzt davon lernen? Stadtwerke, die vielleicht jetzt erst anfangen mit dem Fossil-Ausstieg? Ist es noch zu schaffen? Es muss ja viel mehr, viel schneller passieren, vor allem in den Köpfen der Menschen. Ich bin mir nicht sicher, aber der aktuelle Druck lässt mich noch hoffen, dass die Stadtwerke zum Beispiel ihre derzeitigen Kooperationshemmnisse endlich vollkommen ablegen und loslegen.

– „Trotzdem-Anfangen“ und loslassen –

Was Arndt jedenfalls geholfen hat, war seine große Ungeduld, wenn Dinge nicht passieren und seine kleine Paranoia, die ihn weckt, wenn alles zu bequem und selbstgefällig wird. Natürlich hadert auch er mit den widrigen Umständen in unserer Welt, er prangert diese auch an, aber er wartet halt nicht so gern mit dem „Trotzdem-Anfangen“. Darin erkennbar wird sein ausgeprägter Ehrgeiz. Man fühlt schon ein bisschen, dass er auch einen unangenehmen Druck in seine Stimme legen kann. Selbst sagt er auch, dass er gerne mehr loslassen können würde, mehr vertrauen, wenn andere Stadtwerker:innen Verantwortung übernehmen. Ich würde es ihm gönnen nach 25 Jahren on the run.

Viel Spaß beim Hören!

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